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Anleitung zum Lesen der Anleitung
Liebe Leser/-innen,
sicher ist es vermessen, einen Text zu schreiben und die Anleitung zum Lesen dieses Textes gleich mitzuliefern. Als ob nicht jede/-r selbst entscheiden könnte, wie und warum und wie lange er/sie einen Text lesen. Als ob es nicht unzählige Weisen geben würde, sich einen Text für den eigenen Gebrauch anzueignen.
Es handelt sich bei der "Anleitung zur Anleitung" aber nicht um eine weitere kleine Pädagogik. Wir sagen Ihnen nämlich nicht, was Sie tun sollen. Wir geben Ihnen vielmehr Praktiken an die Hand, mit denen sich Texte lesen lassen und die unseres Erachtens in den Wissenschaften verbreitet sind, ohne dass dies immer explizit und bewusst sein müßte. Wir würden also gerne die Praktiken wissenschaftlichen Arbeitens offenlegen.
Es gibt daher einen ausführlichen Hintergrundtext, der nicht linear geordnet, sondern in eine ganze Reihe von Hypertextfragmente aufgeteilt ist. Man kann diesen Text nicht von vorne nach hinten lesen, denn er hat keine simple Leserichtung und schreibt die Reihenfolge nicht vor. Sie können ihn vielleicht ihn bestenfalls in die Tiefe hinein lesen, aber dazu müssen Sie sich seitwärts fortbewegen, wie der Krebs (zu Hypertexten vgl. Landow 1997).
Diesen Text können Sie als Werkzeug verwenden, er ist eine mögliche Ressource zur Bewältigung der Aufgabe. Er enthält Begriffe und Unterscheidungen, die in den Humanwissenschaften im 20. Jhdt. entwickelt wurden. Die kognitive Psychologie ist der Auffassung, daß Begriffe nichts anderes als Werkzeuge sind: cognitive tools ( Jonasson 1990). Es nützt nichts, sie auswendig zu lernen. Sie müssen lernen, sie zu benutzen. Übrigens eine Position, die in der Philosophie seit Wittgenstein vertreten wird.
Je tiefer Sie in den Hypertext vordringen, desto schwieriger werden die Texte. Sie merken dies auch an der Farbe der stilisierten Ampel auf der linken Seite. Sie verändert sich langsam von gelb nach rot. Ist die Ampel tiefrot, sind sie auf dem "Boden" des Hypertext angekommen. Entscheiden Sie selbst, wie tief Sie vordringen wollen, wie weit Ihnen das Hintergrundwissen bei der Aufgabe hilfreich ist, und wo Sie besser aufhören, bevor Sie zu verwirrt sind.
Glauben Sie nicht, daß sie alles verstehen müßten! Schon gar nicht, wenn Sie im ersten Semester sind. Nehmen Sie, was sie verstehen, womit sie etwas "Anfangen" können, überlegen Sie, was sie nicht verstehen und ob sie es verstehen möchten. Sind Sie neugierig? Entscheiden Sie selbst und setzen Sie sich Ziele, ob und wann sie etwas verstehen möchten. Dasselbe nochmals provokant?
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